Nusa Lembongan – Das gemütliche Inselparadies vor der Küste Balis

Ich stehe am Strand von Sanur. Auf der Brust ein Schildchen mit der Aufschrift „1 pax Perdana Homestay“. Ein angestellter von Scoot Fast Cruises fordert alle Passagiere, die auf Nusa Lembongan über Nacht bleiben, dazu auf, an Board eines kleines Schnellbootes zu gehen. Einen Anleger gibt es nicht. Also watet man vom Strand durchs Po-tiefe Wasser und steigt mit klitschnassen Hosen auf das Boot. Die Überfahrt dauert eine gute halbe Stunde und das reicht auch. Jedes Mal, wenn das Boot hinter einer Welle kurz durch die Luft saust und mit voller Wucht wieder zurück aufs Wasser prallt, versteift sich mein ganzer Körper und es macht sich ein flaues Gefühl in der Magengegend breit. Daher bin ich heilfroh, als wir die Insel Lembongan erreichen und ich mit einem Pickup-Sammeltaxi zu meiner Unterkunft gefahren werde. Das Perdana Homestay liegt oberhalb des Mushroom Beachs. Es gibt 3 Zimmer, 3 Bungalows und einen Pool im schönen Garten. Hier ist es so ruhig, dass man am Pool ausgiebig entspannen und ein Nickerchen halten kann – genau das Richtige, um erstmal anzukommen und sich an die Hitze zu gewöhnen.

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Mein Zimmer im Perdana Homestay

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Entspannen am Pool mit Blick in den schönen Garten

Zum Mittag gehe ich hinunter an den Strand und beobachte das Treiben von einem schattigen Restaurantplatz aus. Es gibt Chicken Saté mit Reis und Aussicht auf die vielen Boote, die am laufenden Band chinesische Reisegruppen ausspucken und wieder einladen. Die Chinesen, die nicht von dem kleinen Ort verschluckt werden, vergnügen sich mit Banana Boat Rides oder Kanufahren in der Bucht. Letzteres scheint gar nicht so einfach auf den Wellen zu sein und ein geentertes Pärchen, das hilflos in Schwimmwesten am umgedrehten Kanu hängt, muss „gerettet“ werden. Ich komme ins Gespräch mit 2 Münchnerinnen, die mir ein paar Ausflugstipps verraten und eine Tauchschule empfehlen. Nach dem Essen schlendere ich also durch das Örtchen und buche mir im „Scuba Center Asia“ spontan eine Refresher-Stunde, um mein Tauchwissen von vor vier Jahren wieder zurück in mein Gedächtnis zu rufen.

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Der Mushroom Beach mit Blick auf den Vulkan Gungung Agun

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Reges Boot-Treiben am Mushroom Beach

Zum Tagesabschluss spaziere ich zum Sunset View Point am Westzipfel von Nusa Lembongan. Die untergehende Sonne sieht zwar schön aus, aber das Wasserschauspiel ist wesentlich faszinierender. Hier prallen die Wellen mit voller Wucht auf die Steilküste und enden in meterhohen Schaumkronen in der Luft. Ich werde ein bisschen sentimental, bei dem Gedanken daran, wie schön unsere Erde doch ist…

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Wellenschauspiel am Sunset View Point

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Sonnenuntergang am Sunset View Point

Am nächsten Tag erkunde ich die Insel bei einem ausgiebigen Spaziergang und möchte mir die Highlights an „meinem“ Ende von Nusa Lembongan anschauen. Hinter dem Perdana Homestay führt ein geschwungener Pfad – vorbei am immer lodernden Müll-Haufen – ins grüne Hinterland. Ich bin meist ganz allein unterwegs. Ab und an passieren mich kleine Pick-Ups, welche die Touri-Neuankömmlinge zu ihren Hotels fahren. Nach ein paar Biegungen komme ich zu einer Baustelle, wo mich die Bauarbeiter von ihrem Gerüst herab neugierig beäugen. An der nächsten Ecke fegt ein Balinese vor einer Pension die Straße und fragt mich, wohin ich unterwegs bin. Es ist etwas ungewohnt so allein als blonde Frau unter balinesischen Männern – also versuche ich die Frage nur vage zu beantworten, lächle freundlich und gehe weiter. Nach ein paar falschen Abbiegungen traue ich mich eine scheinbare Abkürzung entlang und erreiche schließlich den Küstenabschnitt Devil’s Tears, der seinem Namen alle Ehre macht. Hier trifft das Meer noch gewaltiger als am Sunset View Point auf die Steilküste und bäumt sich mit jeder Welle anders intensiv in der Luft auf. Die Sonne knallt auf den warmen Sand und hüllt die Gischt – die „Tränen des Teufels“ – in einen wunderschönen Regenbogen, der so schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist. Diesem Schauspiel könnte ich stundenlang zusehen. Der Blick auf den in der Nähe liegenden Sandy Bay, den man nur mit Eintritt in ein nobles Restaurant betreten kann, wirkt dagegen schon fast unspektakulär, obwohl der Sand tatsächlich karibisch weiß ist. Im Anschluss laufe ich noch zum angrenzenden Dream Beach, mache ein obligatorisches Foto auf der Schaukel am Rande der Felsen und betrachte traurig die vielen Plastikflaschen, die das Meer an diesen auf Fotos so anmutenden Bilderbuchstrand gespült hat. Paradiesisches Träumen ist hier Fehlalarm.

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Wellenschauspiel am Devil’s Tears

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Obligatorisches Tourifoto am Dream Beach

Tag 3 beginnt früh, denn heute steht Tauchen auf dem Programm. Am Vortag hatte ich vor meiner Insel-Erkundungstour den Scuba Refresher Kurs bei Bastiaan, dem Besitzer der Tauchschule Scuba Center Asia, absolviert. Der lässige Niederländer war sichtlich froh, dass ihm die Pool Session eine Pause von seinen verwalterischen Tätigkeiten am PC verschaffte und sorgte mit dem einen oder anderen Witz für lockere Stimmung. Mit mir im Pool zwei deutsche Männer, die für einen Tauchurlaub derzeit verschiedene Inseln Indonesiens bereisten. Es geht los mit dem Testen des Sauerstofftanks, gefolgt vom Montieren des BCDs und dem Buddy Check. Gelähmt von der Hitze bin ich zwar noch etwas langsam in der Umsetzung, aber das Wissen kommt langsam zurück in mein Gedächtnis. Auch die Unterwasserübungen laufen wie geschmiert, sodass ich mich am nächsten Morgen auf dem Boot richtig sicher und vorfreudig fühle. Auf der Fahrt zum ersten Tauchspot „Toyapakeh“ wird die Ausrüstung vorbereitet, ich lerne meinen Dive Buddy – einen jungen indonesischen Tauchlehrer – kennen und dann sind wir auch schon da. Tauchanzug an, Tank auf den Rücken, Sicherheitscheck und Absprung in eine andere Welt. Ziemlich schnell begeben wir uns auf kapp 30 Meter Tiefe. Das Korallenriff ragt schräg ins Meer hinein und wir tauchen an dieser „Wand“ voller Leben entlang. All‘ die Farben der vielen verschiedenen Korallen, die kleinen bunten Fische, die vergnügt herumtollen – es ist ein Traum. Ich bin völlig Baff von der Artenvielfalt, die meine Erfahrungen aus Thailand und Vietnam um ein Vielfaches übertreffen. Ich lausche meinem Atem in der Stille des Meeres, lasse mich treiben und genieße den Anblick. Während des Surface Intervals komme ich mit den anderen Tauchern ins Gespräch – ziemlich international: Schweiz, Californien, Niederlande.. – und stärke mich beim Mittag in der wärmenden Sonne. Dann geht es beim „Crystal Bay“ ein zweites Mal in die Tiefe. Den für diesen Tauchspot bekannten Mola Mola bekommen wir leider nicht zu sehen, dafür aber die Chance, gemeinsam mit einer Schildkröte am Riff entlang zu treiben. Was für ein seltener Anblick. Auf der Rückfahrt zum Mushroom Beach betrachte ich fasziniert, wie der wunderbar weiße und nur von Palmen und kleinen Hütten gesäumte Light House Beach an uns vorbeizieht. Dann schließe ich die Augen, spüre das Aufsetzen des Bootrumpfes unter mir, die Sonne auf meiner Haut und die Salzluft in meiner Nase. In diesem Augenblick bin ich einfach nur wunschlos glücklich!

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Ausblick auf den Light House Beach

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Glücklich nach dem Tauchgang

Am Tag nach dem Tauchgang tut mir alles weh und ich bin ganz froh, dass ich beschlossen habe mir einen Pause zu gönnen – auch wenn ich dafür die Gelegenheit verpasse, am berühmten „Manta Point“ tauchen zu gehen. Ein bisschen am Pool zu dösen und zu lesen ist auch schön. Schließlich bin ich ja zum Erholen hier. Am späten Nachmittag mache ich mich zu Fuß auf in die Inselhauptstadt Jungut Batu, um Studienfreundin Iva zu treffen, die mit ihrem Freund auch gerade auf Nusa Lembongan ist. Mit einer Karte bewaffnet ziehe ich los. Die Sträßchen im Hinterland kenne ich nun schon. Auf der Hauptstraße komme ich an einem großen Tempel vorbei, aus dem sich nach dem Gebet gerade ein Schwarm Menschen in alle Himmelsrichtungen verteilt. Ich laufe weiter. Die Strecke kenne ich nur von meiner Fahrt zur Unterkunft, aber es kam mir im Auto viel kürzer vor. Ich passiere den Hundekadaver, der mir schon aus dem Auto aufgefallen war und halte so lange es geht die Luft an. Auf der anderen Straßenseite liegt ein Friedhof mit ein paar flachen Grabsteinen, die von bunten Stoffschirmen vor der Sonne geschützt werden. Irgendwie eine groteske Szenerie. Endlich passiere ich den Panorama Point, von dem aus sich mir der Blick über Jungut Batu auftut. Die untergehende Sonne hüllt den Himmel schon in ein dunkles Rot – ich muss mich sputen. In der Stadt angekommen suche ich ewig nach dem Whayu Homestay, in dem ich mit Iva verabredet bin und wo es den besten gegarten Fisch der Insel geben soll. Ich zögere die dunklen Seitengassen zu nehmen, frage mich am Strand durch und komme endlich an. Es ist ein tolles Wiedersehen nach so vielen Jahren. Wir sitzen mit einem amerikanischen Pärchen am Strand, gehen später den tatsächlich besten gegarten Fisch im Bananenblatt essen und sitzen anschließend wieder am Strand, weil es einfach so schön ist. Das Ami-Pärchen wohnt zufällig an „meinem“ Ende der Insel und bietet an, mich auf ihrem Motorroller mit zurück zu nehmen. Was für ein Glück, denn die Insel scheint gegen 22 Uhr schon in einen tiefen Schlummer verfallen zu sein; ohne ein Taxi weit und breit. Wir stellen fest, dass das Vorderlicht des Rollers defekt ist. Zufälligerweise hatte ich für alle Fälle meine Stirnlampe eingesteckt und so fahren wir zu dritt auf den Roller gezwängt im Licht der Lampe über die menschenleere Insel. Das steilste Stück kommen wir zu dritt nicht hoch, sodass wir schieben müssen. Was für eine lustige Fahrt. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht. Ich renne im Mondschein über den nächtlich-verlassenen Strand und tappe den dunklen Pfad bis zum Homestay hinauf. Erleichtert schließe ich die Tür zu meinem Zimmer auf und falle todmüde, aber glücklich ins Bett.

Panorama View Point auf die Inselhauptstadt

Panorama Point mit Blick über die Inselhauptstadt Jungut Batu

Am letzten Insel-Tag entdecke ich endlich den „richtigen“ Mushroom Beach, so wie ich ihn von Google-Fotos vor Augen habe. Heller Sand, keine Boote, freier Blick aufs Meer und nur eine handvoll Menschen. Am Ende des belebten Mushroom Beachs führen einige Treppen in ein Restaurant hinauf. Wenn man hier auf der richtigen Ebene durch einen kleinen Mauerbogen biegt und sich durchs Grüne schlängelt, gelangt man über einen steilen Abstieg zu diesem wirklich schönen Strand. Hier genieße ich in mein Buch vertieft die Ruhe und versuche anschließend Schwimmen zu gehen. Unter mir sind überall Korallen – zumindest glaube ich diese ohne Brille als solche zu erkennen – und ich schlitze mir in einem unbedachten Moment den Fuß etwas daran auf. Also doch wieder zurück zum Buch und warten, bis das Bluten aufhört. Ich mache noch ein paar Fotos und genieße den Sonnenuntergang meines letzten Abends auf Nusa Lembongan. Was für ein schöner Abschluss der ersten Etappe meiner Bali-Reise!

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Der versteckte Teil des Mushroom Beachs

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Selfie-Time beim Genießen der Abendstimmung am letzten Tag auf Nusa Lembongan

Yoga & Surf Retreat in Marokko – zwischen Traum und Wirklichkeit

Wochenlang habe ich mich auf diesen Urlaub gefreut: Sonne, Meer, Yoga, Surfen lernen. Ein Traumurlaub quasi. Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder zurück im herbstlich kalten Deutschland und finde das gar nicht mal so … schlecht.

Ihr werdet euch jetzt fragen „wieso“, aber ich will einmal ganz vorne anfangen. Seit einem guten Jahr besuche ich in Berlin Friedrichshain das Yoga Studio von yogafürdich, wo ich mir Woche für Woche beim Vinyasa Flow eine persönliche Auszeit vom Alltagsstress gönne. Als ich erfuhr, dass Viktor (der Besitzer des Yogastudios) auf einem Yoga Retreat in Marokko unterrichten würde, war ich sofort Feuer & Flamme. Dass man dort obendrein noch Surfen lernen würde, fand ich umso besser (wollte ich eh immer schon mal ausprobieren) und buchte kurzerhand mit einer Freundin das Abenteuer.

Abenteuerlich war schon die Anreise. Ich flog von Hannover nach Agadir – nachts um 4! Der Versuch, am Flughafen noch ein paar Stündchen Schlaf mitzunehmen, ist grandios gescheitert. Dabei hatte ich mich mit Oropax und Schlafmaske eigentlich bestens ausgestattet gefühlt. Am Flughafen in Agadir erwarteten mich 2 Männer mit einem Schild von „Surf Maroc“. Sie begleiteten mich zu einem uralten Mercedes und ich hatte kurz das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt. Dann dachte ich jedoch an das Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück?“, in dem Autorin Maike van den Boom lernt, dass Vertrauen eines der Fundamente für ein glückliches Leben ist. Also vetraute ich einfach darauf, dass alles seine Richtigkeit hatte und sog alle Farben und Geschehnisse, die jenseits der staubigen Autoscheibe an mir vorbeizogen, in mich auf. Diese erdigen Farbtöne, Eselskarren am Straßenrand, verschleiherte Frauen in fließenden Gewändern… Ich liebe genau diese ersten Eindrücke, wenn ich an einen neuen Ort reise.

Im Hotel „L’Auberge“ im Surferdorf Taghazout erwartete man mich schon. Das Zimmer kompakt, aber dafür authentisch und mit direktem Blick auf das Meer. Wie schön. Kurze Zeit später trudelte auch meine Freundin mit dem Flieger aus Frankfurt ein. Wir hatten viel zu erzählen, weil wir uns vor 2 Jahren zum letzten Mal gesehen hatten. Am Abend genossen wir bei lauer Sommerluft wunderbare marokkanische Tajine und lernten den Rest der 12-köpfigen Reisegruppe kennen. Vom 17-jährigen Teenie bis zum 47-jährigen Familienvater war alles bunt vertreten; hauptsächlich aber junge Frauen in meinem Alter. Eine bunte Mischung und durch die Bank weg alle super nett. Reiseleiterin Anica von NOSADE Tours erklärte den Ablauf für die nächsten Tage: 7:30 Uhr Meditation mit anschließender Vinyasa Yoga Praxis, 9:30 Uhr Frühstück, 11 Uhr Abholung zum Surfkurs, 17:30 Uhr Yin Yoga und 19:30 Uhr Abendessen. Na dann mal los!

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Unser Zimmer im L’Auberge mit Blick aufs Meer

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Blick auf den Hausstrand & Fischmarkt von Taghazout

Am nächsten Morgen klingelte also um 7 Uhr der Wecker. Schnell Zähneputzen, rein in die Sportklamotten und ab auf die Yogamatte. Mit Blick aufs Meer und der passenden Geräuschkulisse dazu, war direkt das erste Meditationsobjekt gefunden – aber gar nicht so einfach, sich mal auf etwas anderes als seinen Atem zu konzentrieren. Beim Yoga gelang mir das schon besser und nach der Praxis konnte es meinem leeren Magen gar nicht schnell genug zum Frühstück gehen. Auch hier saßen wir draußen auf der Terasse, von wo aus wir das Treiben des kleinen Fischmarktes vor dem Hotel beobachten konnten. Dann ging es endlich los mit dem Abenteuer Surfen, obwohl ich nach dem Essen auch gut hätte nochmal ins Bettchen gehen können oder mich faul an den Strand legen.

Erster Stop: Shop von „Surf Maroc“ zum Aussuchen der Wetsuits. Das war easy, denn die Surflehrer konnten einem quasi vom Körper ablesen, welche Größe die richtige war. Dann hieß es in den Anzug quetschen und Weiterfahrt zum Surf Spot. Wir waren ja vom Yoga schon gut gedehnt, aber um ein paar Aufwärmübungen im Neopren kamen wir trotzdem nicht drum herum. Also rannten wir fleißig den Strand rauf und runter, bevor wir jeder ein Board zugeteilt bekamen – ein wunderbares Schaumstoff-Brett für Anfänger. Die Trockenübungen schienen leicht: Paddeln, Arme aufstützen, Knie nach vorn, Beine aufstellen und dann den Oberkörper aufrichten. Im Wasser sah das Ganze dann etwas anders aus. Aber es war ja auch erst der erste Tag. Mit der Zeit lief die Technik immer besser und wir standen alle unsere erste Welle. Yeah! Ich war echt erstaunt, wie lange ich es als Oberfrostbeule im Wasser aushalten konnte. Zur Mittagspause am Strand merkte ich dann erstmal, wie anstrengend Wassersport wirklich ist, wenn man immer wieder gegen die Wellen ins Meer laufen darf.

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Üben, üben, üben – und in der Surf-Pause eine gute Figur machen 😉

Zurück im Hotel schnell unter die Dusche und dann ging es auch schon wieder ab auf die Matte. Wir waren doch einige Stunden im und am Meer gewesen. Die Yin Yoga Praxis war da genau das Richtige, um die beanspruchten Muskeln zu dehnen und vor Muskelkater zu bewahren. Es versteht sich von selbst, dass das Abendessen nach all‘ der körperlichen Aktivität heiß herbeigesehnt wurde. Danach noch ein paar Seiten in meinem Buch gelesen und schwupps fielen die Äuglein schon von alleine zu. Am nächsten Tag ging dann alles wieder von vorne los. Yoga – Essen – Surfen – Essen – Yoga – Essen – Schlafen. Ich merkte, dass so viel Betätigung ganz schön ungewohnt für meinen Körper war, aber es machte Spaß und war mal etwas völlig anderes. Am 3. Abend waren wir zum BBQ in einem anderen Hotel von Surf Maroc zu Gast. Das Knoblauch-Käse-Baguette war spitze und auch die Musik einer lokalen Band war interessant anzusehen. Leider verschlug es mich nachts plötzlich auf die Toilette und das ganze Essen kam wieder retour. Was war denn da los? Am nächsten Morgen blieb ich völlig kraftlos im Bett und erfuhr, dass auch einige andere vom „Moroccan Belly“ erwischt worden waren. Nagut, einen Tag aussetzen und wieder Kraft sammeln, dachte ich mir. Daraus wurden dann letztendlich doch 2 Tage, weil mir einfach so übel war. Etwas ärgerlich, wo wir doch nur 6 Tage Surfkurs hatten. Ich wurde jedoch von den anderen lieb umsorgt – bekam sogar Kamillentee und probierte Kreuzkümmel, die marokkanische Antwort auf Übelkeit. Letzendlich half dann Viktors „Zaubertrank“ aus Flohsamenschalen und Heilerde meinen Magen wieder fit zu machen. Zum Surfen ging es am nächsten Tag dann schon in tieferes Wasser, wo ordentlich „Paddle Power“ nötig ist, um von der Welle getragen zu werden. Hätte ich doch bloß Armtraining vor dem Urlaub gemacht. Aller Ansporn vom Surflehrer mit „Paddle, paddle, move, move, …“ half nichts. Ich war einfach nicht schnell genug und Welle für Welle wurde ich runtergedrückt anstatt mitgenommen. Auch am letzten Tag kam ich nicht über dieses Stadium hinaus. Mächtig schade, wo doch sogar ein Fotograf da war, um unsere Surf-Ergebnisse festzuhalten. Naja, ich kann zumindest im White Water sicher auf dem Board stehen und habe ein Gefühl für die Materie bekommen. Mein großes Ziel: Bis zum nächsten Urlaub mit Surf-Möglichkeiten meine Arm- und Schultermuskulatur zu stärken und dann heißt es definitiv nochmal: Rauf aufs Brett!

Nachdem sich mein Bauch wieder erholt hatte, erwischte mich die letzten 2 Tage noch eine fiese Erkältung, sodass meine Stimme sich auf der Rückreise dann auch verabschiedet hat. Wahrscheinlich hat sie stellvertretend für jegliche Energie in meinem Körper gehandelt, denn ich war einfach nur völlig k.o. und freute mich auf mein heimisches Bettchen mit einer Nacht richtig guten unterbrechungsfreien Schlafes. Den bekam ich dann auch und mit jedem Tag, der seit meiner Rückkehr vergeht, denke ich, dass ich vielleicht doch nochmal einen Retreat wagen werde – dann aber nur Yoga, mit ganz viel Entspannung und Faulenzen zwischendrin. Es muss ja auch nicht immer gleich ein exotisches Reiseziel sein. Brandenburg ist doch auch schön, oder?

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Zum Abschluss der Reise ein stolzes Lächeln für die Kamera

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Plank + Plank + Plank = Tripple-Yogi-Fun

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Und zum Schluss noch der Beweis, dass ich tatsächlich auf dem Brett stand 🙂

YamYam – Koreanisches Flair in Berlin Mitte

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Weiß, clean, modern – so mein erster Eindruck als ich das YamYam in der Alte Schönhauser Straße betrete. Um 17:30 Uhr sind alle Tische bereits gut gefüllt oder mit Reservierungs-Schildchen versehen. Mir rutscht kurz das Herz in die Hose, aber die Bedienung bietet freundlich an, dass wir uns zu einem Pärchen dazusetzen können.
Die nächste Challenge besteht in der Qual der Wahl der äußert gut aussehenden Speisen in der Menü-Karte. Von Gimbab (eine Art Sushi) über Mandu (gefüllte Teigtaschen) bis hin zu diversen würzigen Suppen und Rice Bowls ist alles dabei. Doch eigentlich bin ich wegen des Bibimbabs gekommen, dass hier so gut sein soll. Also bestelle ich mir die vegetarische Version und einen hausgemachten Plum Ice Tea.

Nur gefühlte 10 Minuten später bekomme ich eine dampfende Steinschale mit fröhlich bunten Zutaten serviert. Auf Reis gebettet sind verschiedene würzig marinierte Gemüse, wie Gurke, Möhre, Sprossen und dem koreanischen Klassiker Kimchi. Nach Anleitung aus der Speisekarte verfeinere ich alles mit einem Schuss scharfer Soße und vermische die Zutaten. Mhh…es schmeckt wirklich ausgezeichnet und ich werde so richtig durchgewärmt. Genau das richtige für den letzten Wintertag des Jahres. Ein bisschen enttäuscht bin ich jedoch, als ich mir Green Tea Icecream zum Nachtisch bestelle und erfahren muss, dass sie heute leider keine haben. Wenig später bin ich dann aber doch so satt, dass der fehlende Nachtisch schnell vergessen ist.

Alles in allem hat es mir im YamYam wirklich gut gefallen und dass selbst Koreaner dort essen spricht auf jeden Fall für die Authentizit der Landesküche. Beim nächsten Besuch muss ich unbedingt die Mungobohnen Pancakes probieren und eine weitere Sorte der unglaublich leckeren Eistees. Vielleicht gibt es dann zur Feier des Tages auch eine Kugel Eis. Ich lasse mich überraschen!

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FALLEN – MÄNNER, SCHWEIß & SAND

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FALLEN Tanztheater

Von Außen nur eine schwarze große Box – etwa so groß wie ein 25m-Becken – und der weiße Schriftzug FALLEN. So der erste visuelle Eindruck des Spielortes vom gleichnamigen Tanztheaters des Maxim-Gorki-Theaters. Ich hole mir an der Kasse noch schnell meine vorbestellte Eintrittskarte, greife vorsichtshalber bei den zur Verfügung gestellten Regenponchos zu und dann öffnen sich auch schon die Türen zur Spielstätte unter freiem Himmel. Es erwartet uns eine Arena mit Sand und ringsherum zwei Reihen mit Holzbänken. Ich nehme neben meinen Freunden in der ersten Reihe Platz und los geht´s.

5 Männer in Turnschuhen, Jogginghosen und schwarzem Shirt laufen ein und schlagen einen aus ihrer Mitte in Grund und Boden. Wenig später marschieren alle vereint zu einer Gruppe von einem Ende zum anderen, die Füße schwer im Sand. Hin und zurück. Immer wieder. Eine Mischung aus Brutalität und Vereintsein. Für sich alleine laufen und doch im Strom mitschwimmen. Die Zuschauer sind leicht gelangweilt, fragen sich sogar laut, ob da noch was käme. Ich denke mir, wie gewohnt wir heutzutage die seichte Unterhaltung sind. Gemütlich zurücklehnen und berieseln lassen. Das ist FALLEN ganz bestimmt nicht. Nach einer Weile haben sich die Darsteller ausgetobt –  denkt man – doch dann geht der Kampf in der Arena richtig los. Aufeinanderzurennen und sich gegenseitig dabei behindern, dem anderen eins auswischen in die Magenkuhle. Immer und immer wieder, zwischendrin fallen verschwitze Männerkörper in den Sand, rappeln sich wieder auf und das Ganze geht von vorne los. Dann eine kurze Passage gemeinsamer Bewegungen, synchrones Fallen, Sand in der Luft… Einer der Darsteller bleibt liegen, läuft am Boden wie in einem unsichtbaren Hamsterrad, Runde um Runde. Am Arenarand schleift einer den anderen auf seinem Rücken hinter sich her. In der Mitte wird das erste T-Shirt gelüftet und posiert, Sand von hinten durch den Schritt geworfen. Eine bizarre Mischung aus Krampf, Krankheit und Wahnsinn. Dem ganz normalen Wahnsinn etwa?

Plötzlich fällt einer der Darsteller eine Zuschauerin in der ersten Reihe um den Hals, drückt sie und drückt sie und drückt sie weiter. Ich bekomme leichte Panik und bereue es, mich nicht weiter nach hinten gesetzt zu haben. Zu spät! Mir gegenüber wird ein junger Mann mit in die Sandmassen gezogen und darf eine Ehrenrunde laufen. Eine Frau turnt anschließend vor. Dann geht die Truppe in schwarzer Sportmontour wieder in den ganz normalen Wahnsinn über, der in viel nackter Haut und diversen Körperteilen im Sand gipfelt. Ich muss sagen, ich bin schon fast erleichtert als die Dartsteller die „Bühne“ verlassen und der Applaus ertönt. Da bin ich nochmal gut um eine ungewollte Performance drum herum gekommen, Sand muss ich mir beim Aufstehen aber trotzem vom meiner Hose abschütteln.

Thailand – Feels like coming home again

Vor 2 1/2 Jahren habe ich Thailand nach drei wundervollen Monaten Auslandssemester in Bangkok Lebewohl gesagt. Es war eine tolle Zeit mit vielen neuen Eindrücken, großen und kleinen Reisen und der Eroberung der Unterwasserwelt. Vor allen Dingen aber habe ich die Freundlichkeit, Flexibilität und Gelassenheit der Thais zu schätzen gelernt. Diese 3 Dinge wollte ich mir nach der Rückkehr nach Deutschland unbedingt bewahren, aber nach 2 Wochen hatte sich leider allzu schnell wieder der Alltagstrott eingeschlichen. Dieses Mal entfliehe ich nicht meiner Masterarbeit, sondern dem Winter in Deutschland, zumindest für eine klitzekleine kurze Weile. Ich konnte meine Mama vom Abenteuer Asien überzeugen und so machen wir sozusagen 2 Wochen Mädelsurlaub“.

Was soll ich sagen: Thailand ist immernoch so großartig wie damals. Diese Freundlichkeit, die einem überall mit einem lächelnden „sawadee ka“ entgegengebracht wird – vom Gärtner bis zur Krankenschwester. Ich frage mich immer, wie das möglich ist beziehungsweise, warum wir Deutschen nicht auch so sein können. Wenn sich alle mit Freundlichkeit begegnen, steigt die Laune automatisch auf ein wunderbar angenehmes Niveau und man kann viele Situationen weitaus optimistischer betrachten:) Einer unserer Taxifahrer fasste diese Einstellung sehr treffend zusammen: „If I have many customers it’s a good day. If I don’t have many customers it’s also a good day. Everyday is a good day.“ (Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt gerade auf einer 3-stündigen Fahrt von Phuket nach Khao Sok und der Taxifahrer wird an diesem Abend nicht vor 23 Uhr wieder zu Hause bei seiner Frau in Phuket gewesen sein, obwohl er schon den ganzen Tag gearbeitet hatte).

Die Thais sind nicht nur freundlich und optimistisch, sondern auch seh flexibel. Unser Flieger landete morgens 04:30 Uhr in Phuket. Nach einer unendlich lange Einreisewarteschlange in quälender Hitze (anscheinend muss man es sich wirklich erst richtig verdienen in dieses wunderbare Land zu dürfen) fuhren wir gegen 7 Uhr im Hotel vor. Check-in war offiziell 14 Uhr, was man uns auch sagte, aber trotzdem konnten wir wenig später unser Zimmer beziehen, sogar schon frühstücken und dann endlich ins Bett fallen. Die Thais wissen, was man nach einer langen Reise braucht!

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Berlin by Night – abendliche Fototour rund um die Warschauer Straße

Ich hatte mir schon lange mal vorgenommen, meine Kamera zu einem abendlichen  Ausflug rund um die Warschauer Straße mitzunehmen. Diese Gegend hat im Sommer etwas magisches, etwas ganz Besonderes, was ich so noch nie in einer anderen Stadt erlebt habe. Zum einen der wunderbare Blick von der Warschauer Brücke, von der aus man bei lauer Abendluft den Fernsehturm in roten Wolkenschleiern versinken sieht. Zum anderen all‘ die Straßenmusiker, die Schwaden von Feierwütigen auf Ihrem Weg in die Nacht begleiten. Ob Hip Hop für jedermann, exotische Querflötenloops, rassiger Gitarrenrock oder abgefahrener Metal Sound, wer da nicht wenigstens ein Mal zum Lauschen stehen bleibt, ist selber Schuld! Ich jedenfalls werde immer wieder aufs Neue in den Bann dieser fantastischen Wir-stimmen-uns-jetzt-mal-mit-einem-Spätibier-und-Straßenmusik-auf-den-Abend-ein-Meile gezogen. Ein Hoch auf den Berliner Sommer!

Blick von der Warschauer Brücke

Blick von der Warschauer Brücke

Blick von der Oberbaumbrücke II

Blick von der Oberbaumbrücke im magischen Mondschein

Blick von der Oberbaumbrücke

U-Bahn Lichtspiele auf der Oberbaumbrücke

Blick von der Oberbaumbrücke I

Blick von der Oberbaumbrücke Richtung Alexanderplatz

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Diese S-Bahn Station schläft nie: Warschauer Straße

Neue Heimat Berlin

Neue Heimat

EatFirst – Der etwas andere Lunch

Wer kennt sie nicht – die täglich Qual der Wahl in der Mittagspause. Italienisch, Asiatisch, Türkisch, Burger oder doch lieber in die Kantine? Da ich vergangene Woche wirklich genug von den sich wöchentlich wiederholenden und meist ungesunden Gerichten hatte, habe ich es endlich mal geschafft, EatFirst auszuprobieren.

Der von Rocket Internet finanzierte Lieferdienst startete vergangenen August in London und verspricht seit Oktober 2014 nun auch im Berliner Zentrum frisch zubereitetes Mittag- und Abendessen. Täglich stehen zwei Gerichte – eins davon vegetarisch – für je 8€ auf der Speisekarte, die innerhalb von 15 Minuten geliefert werden. Ich hatte vor kurzem am Ubahnausgang Senefelder Platz einen 50%off-Gutschein von EatFirst erhalten, durch den ich den Preis auf erschwingliche 4€ reduzieren konnte. Ich entschied mich für „Halloumi mit Quinoa und Süßkartoffeln“.

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Tadaaa…Das Essen ist da!

Nachdem ich bequem online bestellt und gezahlt hatte, klingelte auch schon mein Handy mit der Nachricht, dass der Fahrer bald eintreffen würde. Ich ging also dem Konzept entsprechend auf die Straße vor unserem Bürogebäude, wo ich etwa 5 Minuten warten musste, bis ein EatFirst-Auto vorgefahren kam.  Der Fahrer war super freundlich und händigte mir das Gericht samt Besteck und Salz/Pfeffer aus. Zum Sofortessen ausgestattet, entschloss ich mich spontan dazu, direkt draußen auf der Wiese zu bleiben und die Sonne zu genießen.

Das Essen war noch angenehm warm und sah nach dem Öffnen der Plastikbox sehr hübsch angerichtet aus. Neben den Süßkartoffeln fand ich überraschenderweise auch noch Champignons vor sowie eine sehr schmackhafte Garnitur mit Granatapfelkernen. Auch wenn der Halloumi schon etwas knietschig war (er heißt im Volksmund nicht umsonst Quietsche-Käse), hat das Essen wirklich gut geschmeckt und war eine wunderbare und vor allen Dingen gesunde Alternative, die ich sicherlich nicht zum letzten Mal gewählt habe.

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EatFirst – Halloumi mit Quinoa und Süßkartoffeln